Netzwerktreffen der Medienwerkstatt
Siebtes Netzwerktreffen zum Thema "analog und digital"
Am Dienstag, den 13.3. gab es in der Greenbox eine Präsentation von Wolfgang Spahn sowie im Anschluß eine Reise mit Experimenten im "Wohnzimmer". Die Netzwerktreffen haben das Ziel, die MedienkünstlerInnen in Berlin zu stärken und den Austausch zu fördern.
Dieses Mal fand das Netzwerktreffen der Medienwerkstatt zum ersten Mal in der Greenbox statt. Wir saßen auf gebastelten Styroporlagen mit knisternder Luftpolsterfolie und lauschten dem Vortrag von Wolfgang Spahn, der uns in vielfältige Bildlandschaften verführte. Zunächst zeigte er uns analog erstellte Dias, die mit malerischen Techniken bearbeitet wurden. Auffallend war die starke Farbigkeit und der architektonische Kontext, der utopische Stadtansichten suggerierte.
Wolfgang Spahn erklärte seine Vorgehensweise und zeigte, wie er in seinen Arbeiten analoge und digitale Techniken verbindet. Das Projekt "Liquid State Machine", welches in der Medienwerkstatt entwickelt wurde, hat er dieses Jahr auf der Transmediale präsentiert. Als studierter Mathematiker und langjährig praktizierender Künstler hat er vorwiegend mit Open Source Programmen gearbeitet (Arduino, Pure Data). Die Zuschauer können in seinen Installationen interagieren.
Er zeigte einige Ausstellungsbeispiele. Beeindruckend war, wie er ein rohes Ei als Navigationsobjekt (quasie als Maus) einsetzte, welches die Ausstellung sogar überlebte.
Im Anschluss an seine Präsentation ging es über zu einem informellen Austausch mit einer kleinen Stärkung. Alle hatten bereits Erfahrungen mit dem Thema analog/digital. Umso lebendiger die Diskussion, als die unterschiedlichen Erfahrungen vorgestellt wurden.
Der Flur wurde währenddessen zu einem temporären Aufenthaltsraum. Hinten stehen noch Sessel und Sofa; es ist auch ein kleiner Ausweichraum bei Hochbetrieb in der Medienwerkstatt.
Die Rosa-Blümchen hauchten ein Stück Gemütlichkeit ein.
Dann ging es zu unserem "Wohnzimmer", unserem Computerbereich.
Hier waren unsere Experimente mit zwei Videokameras aufgebaut:
eine analoge Röhrenkamera und eine Diakamera aus der analog/digitalen Übergangszeit, dazu ein altes Effektgerät, eine sog. Video Matte, angeschlossen an die AV-Karten der Computer - so sahen die Anordnungen unserer analog/digitalen Videoexperimente aus.
Die Diakamera ist eine Art Leuchttisch in Kleinbildformat, auf dem aus Objekten und Licht eigenartige Mikrokosmen entstanden.
Das Bild der Röhrenkamera wurde in der Video Matte einerseits stabilisiert, andererseits durch die Mischung mit sich selbst verfremdet und in einer Feedbackschleife irritiert.
Feedbackloops entziehen sich der Kontrolle, da beginnt die Technik ihre ganz eigenen Kreise zu ziehen. Vielfach werden solche Loops in performativen Arbeiten eingesetzt.
Die "Spezialitäten" des analogen Video: Rauschen, Feedback und das "Gallertartige" lassen sich digital praktisch nicht festhalten.
Umso spannender war die Einzigartigkeit des Performativen: alle schauten gebannt auf die sich entwickelnden Bildwelten in ihrer ganz eigenen Ästhetik.
Sechstes Treffen "Kunst und Medien"
Am Dienstag, den 28.6. trafen sich rund 30 KünstlerInnen in der Druckwerkstatt im Künstlerhaus Bethanien. Das Thema des Abends war die Arbeit mit Audio. Der Abend startete mit dem Vortrag von Stefan Roigk. Seine Werke sind im Grenzbereich zwischen abstrakter Klangcollage, plastischer Rauminstallation und grafischer Partitur zu verorten.
Stefan Roigk: Parkplatz 2006
Er zeigte einige Rauminstallationen und erklärte, wie er vorgeht, wenn er seine Projekte entwickelt. In der Projektentwicklung bezieht er alltägliche Situationen ein, die zum Teil von den Anwesenden erkannt wurden. Zum anderen Teil blieben sie unerkannt und lösten dann bei der Aufdeckung eine Überraschung aus wie zum Beispiel der Wassertropfen. Auch in der Bild- und Raumebene werden alltägliche Gegenstände eingesetzt oder nachgebaut wie Turnmatten oder Tonkabel, Schläuche, Boxen oder Elemente aus dem Sanitärbereich.
Die Anwesenden stellten viele Fragen, sodass sich eine lebendige Diskussion zum Umgang mit Audio, Bild und Raum entwickelte. Themen waren unter anderem der Umgang mit Klangarbeiten im Kontext der Bildenden Kunst und gängigen Ausstellungspraxis sowie der Umgang mit der Einbindung von Bildern aus Werbe- und anderen Kontexten. Die Konzentration lag auf der Wahrnehmung der einzelnen Klangarbeiten. Nach einer Stunde gingen wir zum Suppenessen über.
Es fand ein reger Austausch statt, der dann unten in der Medienwerkstatt fortgesetzt wurde. Etwa die Hälfte der Anwesenden nahm noch an der Präsentation des neu fertig gestellten Audioraums teil. Dort erläuterten Elisabeth Enke und Christph Conrad, wie sie beim Umbau vorgegangen waren und worauf alles zu achten ist, wenn es um die Arbeit mit Sound geht. Christoh Conrad hat eine Dokumentation im Forum Raumakustik und Dämmung verfasst, wo er auch seine Tonmessungen eingestellt hat.
Einige Klangarbeiten (u.a. von Stefan Roigk) wurden gemeinsam angehört und in Bezug auf den Raum untersucht. Der Fokus lag auf der Wahrnehmung, die von äußeren und inneren Faktoren abhängig ist. Diese Faktoren wurden besprochen und im Raum ausprobiert. Insgesamt waren alle sehr interessiert an den vielen technischen Details und Überlegungen zum professionellen Umgang mit Audio.
Fünftes Netzwerktreffen 'Kunst & Medien'
Am Donnerstag, den 03. Februar 2011 trafen sich abermals rund 40 Künstler/innen, Kunst- und Medieninteressierte zu einer Präsentation und zum Netzwerken in der Druck- und Medienwerkstatt Berlin des Kulturwerk des bbk berlin.
An diesem Abend wurden die Ergebnisse des Projektes 'Liquid State Machine' präsentiert, das im Rahmen der transmediale von Martin Howse und Wolfgang Spahn gemeinsam mit anderen Künstler/innen und Forscher/innen erarbeitet wurde.
http://www.transmediale.de/...
Im Anschluss an eine einführende Präsentation der Ergebnisse luden die Künstler/innen zur Vernissage in den Projektraum der Medienwerkstatt - und wie immer gab es Gelegenheit zum Netzwerken.
Moderation: Wolfgang Spahn und Nina Korolewski
Präsentation 'Liquid State Machine'
Liquid State Machine von Martin Howse, Wolfgang Spahn und andern
Projektbeschreibung:
Der Begriff "Liquide State Machine" ist den Neurowissenschaften
und der Computerforschung entliehe. Dieser umfasst sowohl ein
künstliches neuronales Netz, deren Eingaben, die nichtlinearen
Übertragungs- und Aktivierungsfunktionen als auch deren
resultierenden Ausgaben. So kann eine LSM zur selbständigen
Berechnen spezifischer Vorgänge dienen oder aber - mehr oder
weniger - maßgeblich an verschiedenen Berechnungsprozessen
beteiligt sein.
Exemplarisch hierfür steht eine Untersuchung der Universität von
Sussex (Pattern Recognition in a Bucket). Der Ausdruck LSM wird
hier regelrecht wörtlich verwendet. So werden die Wellen und
Interferenzmuster, die auf einer Wasseroberfläche entstehen zur
nichtlinearen Mustererkennung verwendet um somit eine
verbesserte Datenaufbereitung für Spracherkennungsanwendungen zu
erreichen.
LSM könnte aber auch als Model für gesellschaftliche,
künstlerische und auch wissenschaftliche Praxis rezipiert
werden. Und dabei wiederum soweit gefasst werden, dass sich
durchaus einige paranoide Interpretationen für zukünftige
Entwicklungen ergäben. So wäre in einer letzten Konsequenz,
jegliches System auch nur als Anordnung zu verstehen, dass zur
Berechnung eines anderen bestimmten Problems dient.
LSM lädt verschiedene Künstler und Forscher, die mit chemischen,
biologischen und physikalischen Systemen arbeiten, ein. Das
Erarbeiten von Modellen, deren Simulation und abschließenden
Interpretation (in Form von Entwurfsskizzen, Eigenentwicklungen
und neuen Arbeitsmodellen) findet in einer Serie von kollektiven
Workshops und einer daraus resultierenden gemeinsamen
Ausstellung - sowie in live Performances - statt.
Die erste Ausführung des LSM in der Medienwerkstatt ist als
Testlauf für ein größer angelegtes Event im Sommer 2011 in
Berlin gedacht.
Präsentationen: Das Toolkit V4 und der Künstler Michael Hoepfel
Viertes Netzwerktreffen 'Kunst & Medien'
Am 11. November 2010 trafen sich rund 25 Künstlerinnen und Künstler in der Druckwerkstatt des Kulturwerk des bbk berlin zu Präsentationen und Gesprächen zum Thema 'Kunst & Medien'. Wolfgang Spahn und Nina Korolewski, die den Abend moderierten, stellten das neue Konzept für die zukünftigen Treffen vor. Geplant ist, sich alle zwei Monate in die Medien- bzw. der Druckwerkstatt des bbk zu treffen und hierzu jeweils Gäste einzuladen. Im Mittelpunkt soll die Auseinandersetzung mit künstlerischen Techniken und Produktionsweisen oder auch Organisationsformen von Künstlerinnen und Künstlern stehen. "Diskurse über Kunst nicht über Technik" formulierte Wolfgang Spahn das neue Konzept.
Und das ist gelungen an diesem Abend: Joreg stellte VVVV (V4) vor, ein Toolkit für Echtzeit-Medienanwendungen, das er gemeinsam mit Sebastian Gregor entwickelt. Im Anschluss präsentierte der
Künstler Michael Hoepfel eine Auswahl seiner Arbeiten.
VVVV - a multipurpose toolkit
VVVV (V4) ist eine Entwicklungsumgebung, mit der sich auch ohne Programmierkenntnisse interaktive Anwendungen und Echtzeit-Grafiken als 'patches' realisieren lassen. Besondere Stärken von V4 sind
die Vielfalt verwendbarer Ein- und Ausgabe- geräte sowie die Tatsache, daß am laufenden patch gearbeitet werden kann, was auch eine weniger strategische Arbeitsweise begünstigt. Für
nichtkommerzielle Projekte ist V4 frei im Netz verfügbar. Vom 15. - 20. November 2010 findet im Kunstverein Frankfurt/M die Node statt, ein Forum mit Vorträgen und Workshops über V4. vvvv.org . node10.vvvv.org . www.checksum5.com
Michael Hoepfel - Auswahl an Arbeiten
Der Künstler Michael Hoepfel (*1971) arbeitet seit Anfang der Neunziger Jahre mit digitalen Medien in den Bereichen Bild, Objekt, Animation und Installation. Seine Arbeit beschränkt sich
allerdings nicht auf diesen oft als 'Medienkunst' abgegrenzten Bereich. Elektronische Medien versteht er vielmehr als gleich- wertig mit anderen künstlerischen Werkzeugen und sieht ihre Stärke
vor allem in der Kombination mit klassischen Medien, Materialität und Räumlichkeit. Das Spannungsverhältnis zwischen Körper, Repräsentation und Interpretation stellt dabei einen wesentlichen
Schwerpunkt seiner Arbeit dar. www.hoepfel.net . www.meso.net
Michael Hoepfel & Checksum5: Lightstrive, interaktive Projektion, Athen 2004
Medienkünstlerinnen und Medienkünstler treffen sich trotz WM-Konkurrenz im BKS in Kreuzberg
Drittes Netzwerktreffen 'Medienkunst in Berlin'
Das 3. Netzwerktreffen Medienkunst in Berlin fand am Mittwoch 23. Juni 20:00 Uhr im Backoffice in der Ohlauerstrasse 36 statt. Gastgeber waren diesmal die Künstler und Künstlerinnen der Ateliergemeinschaft BKS (Bau kein Scheiß). Trotz Fußballfieber und wichtigem WM-Spiel fanden sich zahlreiche TeilnehmerInnen des Treffens im Backoffice zum Gespräch ein.
Netzwerktreffen im tmp.plate
Zweites Netzwerktreffen 'Medienkunst in Berlin'
Am 22. April fand das 2. Netzwerktreffen 'Medienkunst in Berlin' im tmp.plate, der kunst.klause in tiergarten süd statt. Rund 25 Künstler/innen sowie Vertreter/innen von Kunstprojekten und -einrichtungen aus dem Bereich der Medienkunst nahmen an dem Gespräch teil.
Nach der Begrüßung durch Nina Korolewski, der Projektleiterin von 'tmp' - temporäre Projekträume in Berlin stellten die Organisatoren des Klangkunstfestivals 'ping' und die Veranstalter des
Medienfestivals 'Strictly Berlin' ihre Konzepte vor. Als Einrichtung war außerdem 'Walden-Kunstausstellungen' beteiligt, eine Projektraumgallerie mit
Ausstellungen im Medienkunstbereich.
Schwerpunkt des anschließenden Gesprächs war die Organisationsstruktur des zukünftigen Netzwerks 'Medienkunst in Berlin'. Gewünscht wurde vor allem, dass sich Verantwortliche finden, die eine
Verteilerliste aufbauen und für eine verbindliche Terminplanung sorgen - so wurde der aktuelle Termin offensichtlich nicht an alle Interessierten vom letzten Treffen verschickt. Vorgeschlagen
wurde zudem, dass die Netzwerkorganisatoren Projekte und
Initiativen gezielt ansprechen sollten, dass sie sich bei den Treffen vorstellen.
Das nächste Treffen findet (voraussichtlich) im Projektraum BKS 'Bau kein Scheiß', einer Ateliergemeinschaft bestehend aus freien Künstlerinnen und Künstlern, sowie Studierenden der Klasse 'Kunst
und Medien' der Universität der Künste Berlin statt.
Berliner Medienkunstszene trifft sich bei Suppe und Wein
Erstes Netzwerktreffen 'Medienkunst in Berlin' in der Medienwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin
Am Montag, den 22. Februar 2010 lud der Leiter der Medienwerkstatt, Sami Bill, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen und Organisationen, die im Bereich Medienkunst arbeiten sowie Künstlerinnen und Künstler zu einem ersten Netzwerktreffen zur ‚Medienkunst in Berlin’. Rund fünfzig Personen besuchten die abendliche Veranstaltung. Darüber hinaus bekundeten viele ihr starkes Interesse per Mail.
Nach einer Begrüßung der Gäste durch den Leiter der Medienwerkstatt Berlin und einer Kurzvorstellung des ‚Wegweiser Kunst und Medien Berlin’ durch den Kurator Carsten Stabenow, die Broschüre wird vom mikro e.V. herausgegeben, hielt die Künstlerin Teresa Reuter einen Vortrag mit 3D-Präsentation über ‚Networking und kollaboratives Arbeiten in der Medienkunst’. Sie stellte dabei ihr Medienkunstprojekt ‚Virtuelle Mauer’, eine Zusammenarbeit mit Tamiko Thiel aus München, vor. Das Projekt, das 2009 mit dem Hauptpreis des IBM Innovation Award beim Boston Cyberarts Festival ausgezeichnet wurde, belebt einen Teilbereich der demontierten Berliner Mauer durch eine digitale Rekonstruktion in Form einer virtuellen 3D-Umgebung als Erinnerungsraum wieder. Bei der Realisation der ‚Virtuellen Mauer’ war die Netzwerkarbeit ein Grundbaustein, denn es bedurfte vieler Mitwirkender, die gemeinsam an dem künstlerischen Werk arbeiteten.
Im Anschluß präsentierten sich drei Institutionen. Einen kurzen Einblick in die Struktur der Medienwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin gab Sami Bill. Maria Vedder, leitende Professorin des Studiengangs Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin, stellte ihre Arbeit mit den Studierenden an der UdK vor und signalisierte, Offenheit gegenüber Kooperationsprojekten mit anderen Institutionen, Künstlerinnen und Künstlern. Als Dritter berichtete Carsten Seiffarth, Kurator der Hörgalerie Singuhr, einem der zentralen Orte für Klangkunst in Berlin, von der Realisierung verschiedener Projekte und deren Konzeptionen in den historischen Wasserspeichern Berlin Prenzlauer Berg sowie in der Parochialkirche in der Klosterstraße Berlin-Mitte.
Im Zentrum dieses ersten Auftakttreffens standen Vernetzung und Kooperations-entwicklung der Medienkunstszene in Berlin, eine Begegnung auf Augenhöhe und Zeit sich kennenzulernen. Allgemeiner Wunsch ist es, das Treffen alle zwei Monate in einer anderen Institution als Gastgeber weiterzuführen.
Der temporäre Projektraum tmp.plate - kunst.klause in Berlin-Tiergarten Süd, in der Pohlstr. 70 mit Mathieu Dagorn als künstlerischem Leiter lädt zum nächsten Treffen ein, darauffolgend Yara Spaet, die in den studentischen Projektraum ‚Mach kein Scheiß’ der Klasse ‚Kunst und Medien’ der Universität der Künste Berlin bittet. Die Einladungen zu den folgenden Abenden werden in Kürze versendet.